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USA: Disney verklagt Trump-Rivalen Ron DeSantis

Florida Gov. Ron DeSantis waves to the crowd as he attends an event Friday, March 10, 2023, in Davenport, Iowa. (AP Photo/Ron Johnson)
Der Republikaner Ron DeSantis und Disney liegen seit einer Weile im Clinch – jetzt verklagt der Konzern den Politiker.Bild: FR50269 AP / Ron Johnson
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USA: Disney verklagt Trump-Rivalen Ron DeSantis

27.04.2023, 15:17
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Der Streit zwischen Disney und dem Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, geht in die nächste Runde. Der Konzern und der Republikaner liegen bereits seit einiger Zeit im Clinch. Grund dafür ist ein von DeSantis verabschiedetes Gesetz, das Disney kritisiert hat. Der Konzernchef hat außerdem alle politischen Spenden an Florida gestoppt.

DeSantis entzog dem Disney-Freizeitpark daraufhin die Eigenverwaltung. Mehr als 50 Jahre war Disney World als eigener Bezirk durch den Disney-Konzern selbstverwaltet. Kürzlich drohte er dann auch noch, er könne in der Nähe des Parks ein Gefängnis errichten.

Der Konflikt schaukelt sich hoch und nun ist eine neue Eskalationsstufe erreicht. Denn dem Unterhaltungsriesen ist der Kragen geplatzt.

Disney wirft DeSantis gezielte Vergeltung vor

Der Ursprung des Konfliktes liegt im sogenannten "Don't-Say-Gay"-Gesetz. Dieses verbietet, dass in Kindergärten und Grundschulen über Geschlechtsidentitäten und sexuelle Orientierung gesprochen wird. DeSantis hat dieses Verbot mittlerweile auf alle Altersklassen ausgeweitet, bis zur Oberstufe. Kritiker:innen nennen das Gesetz LGBTQI+-feindlich, so auch Disney-Chef Bob Chapek.

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Wie der "Stern" berichtet, hat Disney nun DeSantis wegen dessen Reaktionen auf die Kritik des Konzerns verklagt. Der Unterhaltungsriese wirft dem Republikaner offenbar vor, eine "gezielte Kampagne der Vergeltung" gegen den Konzern anzuführen.

DeSantis wolle Disney "bestrafen" für die Kritik am "Don't-Say-Gay"-Gesetz und den klaren politischen Standpunkt. Disney kritisiert die LGBTQ+-feindliche Gesetzgebung im "Sunshine State" nicht nur, das Unternehmen provoziert auch mit speziellen Aktionen. So soll Disney World laut US-Medien angekündigt haben, im Herbst ein Gipfeltreffen zu LGBTQ-Rechten am Arbeitsplatz zu veranstalten. Den erzkonservativen Republikaner:innen Floridas dürfte dieser Vorstoß gar nicht gefallen.

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Weil sich der Konzern von DeSantis gegängelt fühlt, verklagt Disney nun den Republikaner.Bild: AP / John Raoux

Kurz nach dieser Ankündigung drohte DeSantis mit dem möglichen Gefängnisbau. Disney nennt dieses Benehmen eine Vergeltungsaktion. Diese Art und Weise, erklärte Disney, verletze die in der US-Verfassung verankerte Meinungsfreiheit. Aus diesem Grund müsse das Unternehmen vor Gericht gehen – um Mitarbeiter, Gäste und Partner des Freizeitparks zu schützen.

DeSantis gilt als Konkurrent von Donald Trump im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner. Der Gouverneur von Florida polarisiert mit Gesetzen und Entwürfen, die Minderheiten diskriminieren. Aus diesem Grund haben manche Organisationen bereits Reisewarnungen für Florida an ihre Communitys ausgesprochen.

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Juan Merchan, der Richter im Schweigegeld-Prozess gegen Donald Trump, meinte es diesmal sehr ernst. Sollte der Ex-Präsident noch einmal gegen die von ihm verfügte "gag order" – ein Verbot, Zeugen und Angehörige des Gerichts zu verleumden und zu bedrohen – verstoßen, so der Richter am vergangenen Montag, dann habe er gar keine andere Wahl, als Trump ins Gefängnis werfen zu lassen.

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