Trumps Putin-Verteidigung war doch nur ein Versprecher! (Sagt Trump)

17.07.2018, 20:4418.07.2018, 07:00

Nach der massiven Kritik am Auftritt beim Gipfeltreffen mit Kremlchef Wladimir Putin ist US-Präsident Donald Trump zurückgerudert: Trump akzeptiert nach eigenen Worten die Erkenntnisse der US-Geheimdienste, wonach Russland hinter den Hackerangriffen während des US-Wahlkampfs 2016 steckt.

"Ich akzeptiere die Schlussfolgerung unserer Geheimdienste, dass Russlands Einmischung in die Wahlen 2016 stattgefunden hat. Könnten auch andere Leute sein ... Es gab überhaupt keine Absprachen."
Donald Trumpim Weißen Haus

Mit Blick auf den Vorwurf, Russland habe sich in die US-Wahl eingemischt, hatte Trump beim Gipfel am Montag gesagt: "Ich sehe keinen Grund, warum es (Russland) wäre." Am Dienstag stellte er klar, er habe nach einer Durchsicht der Abschrift seiner Aussagen gemerkt, dass er sich versprochen habe. 

Trumps bemerkenswerter Rückzieher nochmal in der Erklärung:

  • Beim Helsinki-Gipfel hatte Trump zu der Frage, ob Russland sich mit Hackangriffen in die US-Präsidentschaftswahl 2016 eingemischt hätte: "I don't see any reason why it would be." zu deutsch: "Ich sehe keinen Grund, warum das so sein sollte." 
  • Nun hat sich Trump korrigiert. Nun behauptet er, er habe sagen wollen: "I don't see any reason why it wouldn't be." zu deutsch: "Ich sehe keinen Grund, warum das nicht so sein sollte."

Glaubhaft? Beim Gipfel hatte Trump Putins Dementi allerdings noch als "extrem stark und kraftvoll" bezeichnet. Der US-Präsident hatte sich damit öffentlich gegen die Einschätzung seiner eigenen Geheimdienste und Ermittlungsbehörden gestellt, die eine russische Einmischung für erwiesen halten.

Alles missverstanden? Trump bei seinem Statement
Alles missverstanden? Trump bei seinem StatementBild: AP

Außerdem hatte Trump den USA und den Ermittlungen seines eigenen Justizministeriums zur russischen Einmischung in die US-Wahl 2016 eine Mitschuld am schlechten Verhältnis zu Moskau gegeben. Die Ermittlungen in der Russland-Affäre nannte er eine "Hexenjagd".

Dafür hatte er aus den eigenen Reihen heftige Kritik geerntet:

Auch Arnold Schwarzenegger redete sich den Frust von der Seele:

President Trump, remember, America first.

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Öffentlich sprangen Trump nur Vizepräsident Mike Pence und der republikanische Senator Rand Paul bei. Pence nannte Trump nach dem umstrittenen Gipfeltreffen den "Anführer der freien Welt".

Vor seinem Zurückrudern hatte Trump den Gipfel mit Putin noch verteidigt. Trump lobte das Treffen in einer Twitter-Nachricht und warf Medien vor, falsch darüber zu berichten. "Während ich ein großartiges Treffen mit der Nato hatte, riesige Mengen an Geld einsammelnd, hatte ich ein sogar noch besseres Treffen mit Wladimir Putin aus Russland. Traurigerweise wird darüber nicht auf diese Weise berichtet - die Fake News drehen durch!"

Nachdem die Kritik nicht abriss, kündigte das Weiße Haus einen Presseauftritt Trumps an. Dort relativierte Trump seine Aussagen dann.

(czn/afp/dpa)

Wir sind Butscha
Bundesaußenministerin Annalena Baerbock reist nach Kiew und lässt sich über die Gräueltaten im Vorort Butscha aufklären. Dort sagt sie einen bemerkenswerten Satz: "Die Opfer könnten wir sein." Sie will, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden – und schafft dabei eine Nähe zwischen uns und den Betroffenen, die sie so vielleicht gar nicht geplant hatte.

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