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Was Trump über den Fall des vermissten Journalisten Khashoggi denkt

19.10.2018, 06:10

US-Präsident Donald Trump rechnet nicht mehr damit, dass der seit mehr als zwei Wochen verschwundene saudische Regimekritiker Jamal Khashoggi noch am Leben ist. Riad droht er mit ernsten Konsequenzen, sollte es für den Tod verantwortlich sein.

  • Khashoggi wollte am 2. Oktober im Konsulat Papiere abholen und ist seitdem verschwunden.
  • Die türkischen Behörden gehen nach Medienberichten davon aus, dass er von einem aus Saudi-Arabien angereisten Spezialkommando getötet wurde.
  • Trump hatte das saudische Könighaus zunächst in Schutz genommen. Es gelte die Unschuldsvermutung, hatte er am Mittwoch gesagt.

Auf die Frage eines Reporters, ob er vom Tod Khashoggis ausgehe, sagte Trump auf der Luftwaffenbasis Andrews bei Washington: "Es sieht für mich auf jeden Fall danach aus, es ist sehr traurig." Sollte Saudi-Arabien die Verantwortung für den Tod des Journalisten tragen, müssten daraus "sehr schwerwiegende" Konsequenzen folgen.

Trump betonte aber auch, man müsse das Ergebnis der nach seinen Worten drei laufenden Untersuchungen in dem Fall abwarten. Er rechne bald mit Antworten.

Jamal Khashoggis Verschwinden ist zum Politikum geworden. 
Jamal Khashoggis Verschwinden ist zum Politikum geworden. Bild: AP

Menschenrechtler stellen Kronprinz Salman an den Pranger

Für Saudi-Arabien könnte das Verschwinden des Journalisten ernsthafte Folgen haben. Immer mehr Größen aus Wirtschaft und Politik sagen ihre Teilnahme an einer Investorenkonferenz kommende Woche in Riad ab. Die US-Großbank Goldman Sachs erklärte am Donnerstag, keinen Vertreter dort hin schicken zu wollen. Der Medienkonzern Fox Business Network zog sich als Sponsor der Veranstaltung zurück.

Die vier Organisationen drängten die Türkei, bei UN-Generalsekretär Antonio Guterres die Einleitung einer solchen Untersuchung zu beantragen. Die Türkei führt die Ermittlungen zu Khashoggi.

Die Organisationen beklagten außerdem, dass Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman die Repressionen deutlich verschärft habe und praktisch alle Menschenrechtler und Kritiker verfolge. Khashoggi war im September 2017 aus Furcht vor einer Festnahme in die USA gegangen, wo er seitdem für die "Washington Post" Kolumnen schrieb. Darin kritisierte er wiederholt die Politik des Kronprinzen, darunter die Einschränkung der Meinungsfreiheit.

(dpa/afp/rtr)

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