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Klima & Umwelt

Friedrich Merz: Harald Lesch lacht über CDU-Chef wegen Windkraft-Aussage

19.01.2025 - Kanzlerkandidat und Bundesvorsitzender der CDU Friedrich Merz h
Man Friedrich, schmoll doch nicht so. CDU-Chef Merz wurde von einem Wissenschaftler ausgelacht.Bild: imago images / noah wedel
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Friedrich Merz: CDU-Chef wird von Harald Lesch für Windkraft-Aussage ausgelacht

In den Koalitionsgesprächen sieht es beim Thema Klimaschutz wohl nicht so katastrophal aus wie von Skeptiker:innen befürchtet. Das liegt aber wohl vor allem an der SPD, die sich bisher gegen Unions-Pläne stellt. Für diese wurde CDU-Chef Friedrich Merz nun von einem Experten ausgelacht.
04.04.2025, 17:52
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Oh, in Deutschland wird eine Koalition verhandelt? Vor lauter internationaler Top-News sowie nach dem Bohei um das historische Schuldenpaket geraten die Gespräche zwischen SPD und Union derzeit von den Startseiten der Nachrichtenportale in den Politikreiter – auch in den Köpfen vieler Menschen.

Gleichzeitig dringen unzählige Verhandlungsinhalte an die Öffentlichkeit. Bei der Energiepolitik will die Union wohl einen historischen Richtungswechsel: Um die Klimakrise aufzuhalten, soll nicht mehr auf den stetigen Ausbau erneuerbarer Energien, sondern mittelfristig auf das Fantasieprojekt "Fusionsreaktor" gesetzt werden.

Das kann zwar funktionieren, liegt aber in sehr weiter Ferne, wenn man Expert:innen glaubt. Doch bei der lebt Union der Glaube an die "Technologieoffenheit" – auch wegen ihrer Abneigung gegen Windräder, für die es nun Spott von Harald Lesch gab.

CDU: Merz will weg mit Windrädern – Harald Lesch muss lachen

Kürzlich hat sich das ARD-Magazin "Kontraste" sich mal den Plänen der Union für einen Umstieg auf Fusionsreaktoren angeschaut. Ausgangspunkt der Notwendigkeit: Doofe Windräder. Diese sieht Friedrich Merz als "Übergangstechnologie", wie er im November bei "Maybrit Illner" sagte.

Merz haute damals auch einen weiteren richtigen Wutbürger-Take raus:

"Ich glaube sogar, dass wenn wir es richtig machen, eines Tages die Windkrafträder wieder abbauen können – weil sie hässlich sind und weil sie nicht in die Landschaft passen."

Diesen Clip spielte "Kontraste" nun Physiker und ZDF-Moderator Harald Lesch vor. Er sitzt auch in der Expertenkommission Kernfusion der Bayerischen Staatsregierung – und musste angesichts von Merz' Utopie (für viele wohl eher: Dystopie) vom Windkraft-Abbau laut lachen.

Das spöttische Lachen sollte wohl für sich stehen, Lesch ergänzte anschließend: "Kein Kommentar."

Was Merz wohl erst vom Aussehen von AKWs, Kohlebaggern und tausenden Hektar Tagebau statt vorherigem Waldgebiet wie in Hambach hält, ist derweil unklar. Schwamm drüber, hier wird keine Energiequelle gebodyshamet.

Unions-Pläne zu Fusionsreaktoren laut Experten unrealistisch

Doch wie sieht es mittlerweile mit der Unionsposition zu Windrädern aus? Anscheinend stellen die Konservativen das Ziel von zwei Prozent von Fläche Deutschlands für den Ausbau von Windkraft infrage und wollen dieses kippen, wie unter anderem der "Spiegel" berichtet. Die SPD hält demnach bislang noch dagegen.

An den "schönen" Fusionsreaktoren wird in Deutschland derweil bereits an mehreren Orten geforscht. Es geht im Prinzip darum, dass leichte Atomkerne bei extrem hohen Temperaturen zu schwereren Kernen verschmelzen und dabei Energie freigesetzt wird. Klingt einfach, ist aber unheimlich kompliziert.

Vor allem die CSU setzt dennoch auf die Zukunftstechnologie. Wissenschaftsminister Markus Blume sagte dazu im "Kontraste"-Beitrag:

"In 15 bis 20 Jahren ist das möglicherweise ein Energieträger, das den unstillbaren Energiehunger der Welt hilft, zu lindern."

Physiker Reinhard Grünwald, der ausgerechnet im Auftrag des Bundestags eine Studie zu Fusionskraftwerken verfasst hat, meint: Es brauche mindestens 20 Jahren, um gerade einmal einen Demonstrationsreaktor fertigzustellen.

Anschließend müsse man ein passendes Kraftwerk bauen, das mithilfe der Kernfusion Strom erzeugt. "Auch nochmal etwa 20 Jahre" würde das laut Grünwald dauern.

Der vom Bundestag beauftragte Physiker rechnete dementsprechend vor: Um mit Fusionskraftwerken signifikante Mengen Energie zu erzeugen, brauche es statt 15 bis 20 Jahren eher 40 oder 50 Jahre. Haha. Kein Kommentar.

USA: Trump-Vize Vance blamiert sich bei Grönland-Besuch
J.D. Vance war zu Besuch auf Grönland, um sich mal anzuschauen, welches Land man sich da eigentlich unter den Nagel reißen möchte. Dabei unterlief ihm vor lauter Selbstinszenierung ein peinliches Missgeschick.

Weil US-Präsident Donald Trump Geopolitik mit dem Brettspiel "Siedler von Catan" verwechselt, war dessen Vize J.D. Vance am Freitag auf Stippvisite in Grönland. Die offiziell zu Dänemark gehörende Insel steht ganz oben auf der Wunschliste von Trump, noch vor Kanada und dem Panamakanal.

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