Viele Amerikaner:innen in Behörden erleben gerade, was es heißt, von heute auf morgen entlassen zu werden. Donald Trump geht in seiner zweiten Amtszeit rigoros mit dem Rotstift durch den Staatsapparat – mithilfe seines "Departments of Government Efficiency", kurz "Doge". An der Spitze der Sparbehörde: kein Geringerer als Elon Musk, der als Berater fungiert und Effizienz propagiert. Doch was als Reform gedacht war, wird zunehmend zur Zerstörung.
Denn die Folgen der Streichungen sind dramatisch: Forschungseinrichtungen stehen still, wichtige Programme wurden gestrichen. Nun gibt es erste Eingeständnisse aus den eigenen Reihen. Trumps Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. gibt zu: Ein Fünftel der Entlassungen in seinem Ressort war ein Fehler.
Insgesamt rund 10.000 Stellen sind bereits allein im US-Gesundheitsministerium abgebaut worden. Doch ein erheblicher Teil davon hätte laut Minister Kennedy niemals gestrichen werden dürfen. Wie der "Guardian" berichtet, spricht Kennedy davon, dass etwa 20 Prozent dieser Kündigungen ein "Versehen" gewesen seien. Man wolle den "Fehler" nun korrigieren.
"Wir stellen sie wieder ein. Das war immer der Plan", zitiert die britische Zeitung den Minister weiter. Schon zu Beginn habe das Doge mit einem solchen Szenario gerechnet. Der Plan sei gewesen, 80 Prozent der Jobs zu streichen – aber 20 Prozent wiederzubesetzen, "weil wir Fehler machen", so Kennedy.
Zu den fatalsten Fehlern zählt die versehentliche Streichung eines Programms der Centers for Disease Control and Prevention (CDC), das die Blei-Belastung von Kindern überwacht. Auch andere Projekte wurden offenbar unbedacht eingestellt. "Es gab einige Programme, die gestrichen wurden und nun wieder eingeführt werden, und ich glaube, das ist eines davon", sagte Kennedy laut "Guardian". Wie das vonstattengehen soll, lässt er offen.
Nicht nur die Verwaltung ist betroffen.
Die Kündigungen trafen auch Wissenschaftler:innen, die sich mit Themen wie Rauchen, Unfruchtbarkeit und sogar Minenräumung beschäftigen. Auch die US-Lebensmittelaufsicht FDA musste Einbußen hinnehmen. Besonders betroffen: Expert:innen, die an der Tabakregulierung arbeiten. Robert Califf, der frühere Chef der FDA, bezeichnete die Entwicklung laut Guardian als "einen schwarzen Tag für die öffentliche Gesundheit".
Die massiven Stellenstreichungen und Programmkürzungen haben landesweit zu Protesten geführt. Viele Amerikaner:innen machen sich Sorgen über den Abbau wichtiger öffentlicher Dienstleistungen und die Art und Weise, wie die Kürzungen umgesetzt wurden. Besonders die Rolle von Elon Musk und die Methoden von Doge stehen in der Kritik. So kam es auch zu massiven Protesten gegen Musks Unternehmen Tesla.