International

Brasiliens neue Regierung plant ideologische "Säuberung" unter Mitarbeitern

04.01.2019, 06:48

Brasiliens neue Regierung unter dem rechtsradikalen Präsidenten Jair Bolsonaro macht Ernst mit der angekündigten "Säuberung" der Verwaltung: Angestellte in den Ministerien, die mit der Regierung ideologisch nicht auf einer Linie liegen, sollen entlassen werden, wie Staatsminister Onyx Lorenzoni nach der ersten Kabinettssitzung am Donnerstag sagte. Die Regierung werde das "Haus säubern". 

Federal lawmaker Onix Lorenzoni, who was appointed Chief of Staff by President-elect Jair Bolsonaro, waves as he arrives to Bolsonaro's transition headquarters in Brasilia, Brazil, Tuesday, Dec. 4, 20 ...
Onyx LorenzoniBild: AP

Die Maßnahme zielt auf Anhänger linker Parteien, insbesondere der oppositionellen Arbeiterpartei, die 2003 bis 2016 die Regierung stellte. Ziel sei es, "die sozialistischen und kommunistischen Ideen" aus den Ministerien zu verbannen, sagte Lorenzoni. Der Bolsonaro-Vertraute ist für die Koordinierung der verschiedenen Ministerien untereinander zuständig. Es ergebe keinen Sinn, in den Ministerien Menschen zu beschäftigen, die "eine andere Denkweise und ein anderes politisches System" vertreten.

In seinem eigenen Ministerium entließ Lorenzoni bereits 300 Angestellte. Einige von ihnen könnten aber auf ihre Posten zurückkehren – nach einer Untersuchung ihrer ideologischen Ausrichtung. In den anderen Ministerien könne nun ähnlich verfahren werden, sagte Lorenzoni. Ministeriumsmitarbeiter, die ein strenges Auswahlverfahren für den öffentlichen Dienst absolviert haben, sind von den Maßnahmen nicht betroffen. 

CORRECTS TO SAY SHE IS SPEAKING SIGN LANGUAGE, NOT SALUTING - Brazil's new first lady Michelle Bolsonaro uses sign language to speak to the public, as her husband, President Jair Bolsonaro, stands beh ...
Jair Bolsonaro und seine FrauBild: AP

Bolsonaro, der am Dienstag als Präsident vereidigt worden war, strebt eine radikale Abkehr von der bisherigen Politik in Brasilien an. Kurz vor seinem Amtsantritt hatte er in einem Interview erklärt, er wolle die Regierung "säubern".

(afp)

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