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Lässt sich der Brexit wieder reparieren – deutsche Schüler hätten da ein paar Ideen

06.07.2018, 18:01

Am Wochenende kommt die britische Regierung zu einer Sondersitzung zusammen, einziges Thema: Brexit

Vorab gab es schon mal Unmut. Außenminister Boris Johnson, Befürworter einer harten Linie und damit Gegner von Premierministerin Theresa May, hat sich heimlich mit deren Vorgänger David Cameron getroffen.

In der britischen Ausstiegsdebatte sorgen aber nun ganz andere Vorschläge für Aufsehen – und sie kommen aus Deutschland. Genauer gesagt stammen sie von deutschen Schülern aus Baden-Württemberg, die im Abi gefragt wurden: "Welche Antwort würdet ihr auf den Brexit geben?". (Guardian)

3 Anregungen, frisch aus der Abi-Prüfung.

Neues Votum – aber nur in Nord-Irland

Eines der schwierigsten Probleme in den Ausstiegsverhandlungen mit der EU hat mit Nord-Irland zu tun. Scheiden die Briten aus der EU, droht die Grenze zwischen Irland und der zu Großbritannien gehörenden Region zur Zollgrenze zu werden. 

Daniel Boppert vom Karlsruher Lessing-Gymnasium schlägt deshalb ein zweites Votum über die Verhandlungsergebnisse nur in Nord-Irland vor.

"Es muss eine Sonderregel gefunden werden. Vielleicht sollten ein zweites Mal abgestimmt werden, aber nur in Nord-Irland, um zu sehen, ob die Menschen in der EU oder im Vereinigten Königreich bleiben wollen."
Daniel Boppert, Abiturient aus Karlsruhe

Ähnlich sieht es sein Mitschüler Ole Ermel: 

"Es wäre absurd, das Abstimmungsergebnis zu übergehen. Wohin würde das führen. Aber vielleicht sollte nur in Nord-Irland nochmal abgestimmt werden."
Ole Ermel, Abiturient aus Karlsruhe

Die Sache mit dem Patriotismus

Teil der Prüfungsaufgaben war auch die Interpretation eines Cartoons des Karikaturisten Paresh Nath. 

Abiturient David Blinov erklärte: 

"Ich kann erkennen, warum Menschen so abgestimmt haben, sie handeln patriotisch. Aber ich halte Patriotismus für ziemlich schwachsinnig. Wenn du zufällig in einem anderen Land geboren wurdest, hast du patriotische Gefühle für ein anderes Land. Es ist purer Zufall."
David Blinov, Abiturient aus Karlsruhe

Und der Rest? 

Blinov fürchtet auch Folgen für den verbleibenden Rest der Europäischen Union. Er schreibt: 

"Ich denke, Brexit war ein Schritt zurück für Europa. Wir haben seit mehr als 60 Jahren Frieden in Europa, daran hat die EU entscheidenden Anteil. Jetzt besteht die Gefahr, dass die EU als Ganzes zerbricht."
David Blinov, Abiturient aus Karlsruhe

Die britischen Wähler haben im Juni 2016 für einen Ausstieg aus der EU gestimmt. Am 29. März 2019 scheidet das Vereinigte Königreich nun aus der EU aus.

Mays Regierung hat aber bereits eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 2021 ausgehandelt. In dieser Zeit gelten die EU-Regelungen und Zollbestimmungen für Großbritannien weiter. 

(dpa/afp/per)

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