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Gelbwesten – Französischer Rechtsaußen sichert sich Marke für die Europawahl

27.12.2018, 18:2327.12.2018, 19:03

Florian Phlippot versuchte sich in vielen Parteien in Frankreich. Zunächst bei den Gaullisten rechts der Mitte, dann bei Jean-Piere Chevenement in einem Bündnis linker Souveränisten, schließlich bei der Frau von ganz rechtsaußen: Marine Le Pen. Mit der überwarf er sich im vergangenen Jahr und gründete seine eigene Partei: die Patrioten. Die sollen im Mai kommenden Jahres unter dem Label Gilets Jaunes – Gelbwesten – zur Europawahl antreten. Philippot habe sich die Markenrechte gesichert, berichteten französische Medien am Donnerstag. 

Philippot (mit Schal) in Forbach an der Grenze zu Deutschland

Ein Drama in 3 Akten.

Wer sind die Gelbwesten?

Bislang haben es die Gelbwesten stets vermieden, sich politisch einzusortieren.

  • Linkspopulist Jean-Luc Mélenchon machte Avancen
  • Ex-Präsident Francois Hollande von den Sozialisten (PS)
  • die Rechtsextreme Marine Le Pen vom Rassemblement National (früher Front National)

Die Gelbwesten verstanden sich eher als Bewegung von unten und vom Land gegen eine Elite in den Städten. Der Protest entzündete sich im November wegen der Erhöhung einer Öko-Steuer auf Benzin. Die ist nach gewalttätigen zurückgenommen und eine Reihe von Sozialmaßnahmen beschlossen, unter anderem eine Erhöhung des Mindestlohns um 100 Euro netto pro Monat. 

Was will Florian Philippot? 

Philippot, 37, gehört selbst der Elite an. Er hat die Top-Uni ENA absolviert. Früh entdeckte er aber seine Liebe für den Nationalstaat: 

  • den Euro? Lehnt er schon bei der Einführung ab!
  • Marine Le Pen schrieb er im Vorjahr das Programm für die Präsidentschaftswahl. Kernpunkt: Frexit – der Ausstieg Frankreichs aus der Eurozone.
  • Zudem entrümpelte er Le Pens rechtsextreme Partei. Den Antisemitismus des alten Jean-Marie Le Pen ersetzte er durch eine neue Anti-Islam und Anti-Migrations-Rhetorik. 

Frexit - Raus aus dem Euro, heißt Philippots Buch

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Doch im Vorjahr kam es zum Bruch. Philippot gründete seine eigene Partei: die Patrioten. Jetzt gestand er: 

"Die Idee spukt nicht erst seit drei Wochen in meinem Kopf. Ich wollte schon Le Pens Partei diesen [gelben] Anstrich geben."
Florian Philippot, französischer Rechtsaußen

Hat der Move Aussichten auf Erfolg?

Schon in Deutschland hatten Reichsbürger versucht, die Bewegung der Gelbwesten zu kapern. Bisher erfolglos. 

Auch in Frankreich ebbt die Bewegung langsam ab. Aber der Unmut über sinkende Kaufkraft ist weiter spürbar im Land. Die Gefahr: Die Europawahl am 26. Mai 2019 wird zu einem Wahlkampf der Populisten von unten gegen die Verfechter eines offenen Europa. 

Philippot ist jung. Aber schon lange im politischen Geschäft. Meinungsforscher sehen seine gelblackierten Patrioten bei 8 Prozent. Könnte ungemütlich werden im nächsten Europaparlament. 

(per)

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