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US-Politiker Paul Gosar kriegt Gegenwind aus der Familie

Paul Gosar
Bild: facebook/youtube montage
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"Er hört nicht zu" – 6 Geschwister machen Wahlkampvideo gegen ihren Bruder

23.09.2018, 11:27
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Na, ob das noch ein geruhsames Thanksgiving gibt. Der republikanische US-Kongressabgeordnete Paul Gosar hat Gegenwind aus der eigenen Familie bekommen: Sechs seiner Geschwister warnen in Wahlkampfspots seines Gegners, des US-Demokraten David Brill, vor der Wiederwahl ihres konservativen Bruders bei den Wahlen im November.

Was die Geschwister sagten

"Er hört Ihnen nicht zu, er kümmert sich nicht um Ihre Interessen", sagt Gosars Bruder David in einem der Videos, die am Freitag veröffentlicht wurden. Die ungewöhnliche Wahlwerbung sorgte landesweit für Schlagzeilen. 

Die sechs Geschwister werden in den Videos zunächst nur mit ihrem Vornamen vorgestellt, erst am Ende erfahren die Zuschauer, dass Gosar ihr Bruder ist. Der Republikaner aus dem Bundesstaat Arizona war 2011 mit Unterstützung der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung in den Kongress eingezogen. Umfragen zufolge hat er gute Chancen, seinen Sitz bei der bevorstehenden Midterm-Wahl im November zu verteidigen.

Hier das Video der Sechs

Was der Kandidat sagte

Im Kurzbotschaftendienst Twitter ging Gosar am Wochenende zum Gegenangriff über und kritisierte seine sechs Geschwister wegen ihrer Wahlwerbung für seinen demokratischen Rivalen scharf. 

Sie seien "liberale Demokraten, die Präsident Trump hassen". Ihnen sei "politische Ideologie wichtiger als die Familie." "Stalin wäre stolz", fügte er mit Blick auf Sowjet-Diktator Josef Stalin hinzu und schob noch eine Warnung hinterher: "Wir sehen uns zu Hause bei Mama und Papa."

Was Mama Goslar sagte

Die Mutter der insgesamt zehn Kinder, die jetzt im öffentlichen Clinch liegen, Bernadette Gosar, sagte in einem Interview der "New York Times" jetzt, sie sei "geschockt" und "zerstört" zu sehen, dass ihre Kinder Paul so in den Rücken fielen.

Ihre Unterstützung habe er:

"Er hat einen tollen Job in Arizona gemacht und die Leute lieben ihn."

(jd/afp)

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