International

Türkisches Gericht lehnt Freilassung von US-Pastor ab. Schon wieder 

17.08.2018, 14:44

Im Streit zwischen den USA und der Türkei zeichnet sich weiter keine Annäherung ab. In der Türkei hat erneut ein Gericht die Freilassung des US-Pastors Andrew Brunson abgelehnt. Wie sein Anwalt Cem Halavurt der Nachrichtenagentur AFP am Freitag sagte, entschied das Gericht, dass Brunson in Hausarrest bleiben müsse.

Der Fall hat zu einer schweren Krise in den Beziehungen zwischen der Türkei und den USA geführt, die die sofortige Freilassung des evangelikalen Pastors verlangen. Die türkische Währung Lira geriet erneut unter Druck.

Die US-Regierung hatte am Donnerstag gedroht, Washington plane weitere Konsequenzen, wenn die Türkei Brunson nicht schnell freilasse. Präsident Donald Trump bezeichnete den Pastor, der seit Oktober 2016 unter Spionage- und Terrorvorwürfen in türkischer U-Haft sitzt, als "Geisel" Ankaras.

Pastor Andrew Brunson, an American citizen, who is currently imprisoned in Turkey since 7 October 2016. PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxHUNxONLY 15948858
Pastor Andrew Brunson.Bild: imago stock&people

Der türkische Handelsminister Ruhsar Pekcan warnte daraufhin am Freitag, die Türkei habe bereits im Einklang mit den Regeln der Welthandelsorganisation WTO auf die bisherigen Strafmaßnahmen reagiert. "Und wir werden das fortsetzen", fügte er laut der Nachrichtenagentur Anadolu hinzu.

Trump und sein Vize Mike Pence dringen seit langem auf Brunsons Freilassung. Anfang August verhängte der US-Präsident deshalb Sanktionen gegen zwei türkische Minister. Außerdem verdoppelte Trump die Zölle auf türkische Stahl- und Aluminiumimporte – und beschleunigte damit die Talfahrt der Lira.

Als Vergeltung für die US-Strafzölle hob Ankara die Einfuhrzölle auf mehrere US-Produkte deutlich an, darunter Autos, alkoholische Getränke und Tabak. Staatschef Recep Tayyip Erdogan kündigte zudem einen Boykott von US-Elektronikprodukten an.

(hd/afp) 

Iran: Offener Brief an Annalena Baerbock – Schriftsteller stellen Forderungen

Seit nunmehr vier Monaten toben Proteste im Iran. Menschen, die für mehr Rechte kämpfen, werden verhaftet, verschleppt, getötet. Seit Wochen stellen sich auch deutsche Politiker:innen an die Seite der inhaftierten Iraner:innen, die für ihre Freiheit auf die Straße gehen und deshalb sterben sollen.

Zur Story