Unterschrieben! Mazedonien und Griechenland legen Streit um Namen bei
12.06.2018, 20:0418.06.2018, 07:10
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Der Streit war mitunter bizarr. In internationalen Sitzungen wie etwa bei der EU in Brüssel gab es das sogenannte M-Wort. M wie Mazedonien. Fiel das Wort, stoppten die griechischen Vertreter die Debatte und wiesen darauf hin, dass es "Mazedonien" nicht gebe. Denn das nördliche Nachbarland Griechenlands heißt auf internationaler Ebene offiziell Fyrom – Former Yugoslav Republic of Macedonia
Nun haben Griechenland und Mazedonien den absurden Namensstreit beigelegt. Am Sonntag haben beide Länder eine Vereinbarung zur Beilegung des Streits um den Namen unterzeichnet.
3 Fakten zu dem Streit und warum Mazedonien jetzt in Nato und EU aufgenommen werden kann.
Warum das Ganze?
Mazedonien sagte sich 1991 von Jugoslawien los. Das Problem: Griechenland erkannte den Namen des Staates nicht an. Einmal ging es um das Erbe Alexanders des Großen, der aus dem historischen Makedonien stammt. Zum anderen verwiesen die Griechen auf eine Region in ihrem Staat, die schon Makedonien hieß. Sie fürchteten Gebietsansprüche.
So kam es zu dem schönen Namen Fyrom: Former Yugoslav Republic of Macedonia.
Betrachten historisches Material
Regierungschef Zaev und Papst Franziskus.Bild: ANSA POOL
Die spinnen die Griechen?
Griechenland, bereits Mitglied der Nato und der EU, gab in dem Streit nicht nach. Das Land blockierte die Aufnahme Mazedoniens in die beiden Organisationen.
Erst der Linke-Regierungschef Alexis Tsipras zeigte Kompromissbereitschaft an. Nachdem in Mazedonien mit Zoran Zaev ebenfalls ein neuerer Regierungschef ins Amt kam, gab es Bewegung in der Debatte.
Tsipras reicht die Hand
Tsipras und sein Außenminister Nikos Kotzias schmiedeten einen Kompromiss. Künftig soll zwischen Ober- und Unter-Mazedonien unterschieden werden. Nationalisten in beiden Ländern lehnen den Kompromiss ab.
Die Folgen
Ein Beitritt Mazedoniens in Nato und EU würde nicht mehr am Veto Griechenlands scheitern. Die nächste mögliche Beitrittsrunde der EU steht frühestens 2025 an. Die Nato könnte schneller reagieren.
Zustimmung bei der EU
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